Lied der Heidekönigin
Bei uns in Meißendorf,
da blüht die Heide,
da feiern wir das Heideblütenfest,
und jeder, der hier ist,
hat Spaß und Freude,
und strahlend schaut die Heidekönigin.
Zur schönen Sommerzeit
in unsrer Heide,
da kommen alle Leut` von nah und fern
zur Wahl der Heidekönigin
in Samt und Seide ,
zu sehen unsre Heidekönigin.
Hinaus in die Natur
in Wald und Heide,
dort wo die Krönung ihren Glanz erhält
und tausend Luftballons
das Weite suchen,
dort ist es schön zur Heideblütenzeit.
Der Musikantenklang
wird uns begleiten,
wenn wir marschieren
durch die grüne Heid`
und alle Vögelein, die jubilieren,
begrüßen unsre Heidekönigin.
Im Jahr 1964
wurde im Gasthaus „Zum Birkhahn“ vom Gastwirt Arnold Bornemann das
Heideblütenfest ins Leben gerufen. In jenem Jahr wurde zwar noch keine
Heidekönigin gewählt, aber es gehörte eine Blaskapelle dazu, die Arnold Bornemann
während eines Urlaubs in Bayern verpflichten konnten. Sie spielte für viele Jahre zum
Heideblütenfest auf.
Die erste Heidekönigin - Christa Wiebke -
wurde 1965 gekrönt. Am letzten Samstag im August
fand die Wahl auf dem Festzelt neben dem
Gasthaus statt. Die Bewerberinnen mussten damals zwischen 16 und 60 Jahre alt,
unverheiratet und in Meißendorf wohnhaft sein.
Unter den Augen eines damals aus 10 Herren bestehenden Wahlgremiums
schwangen die 25 Bewerberinnen bei
„Damenwahl“ das Tanzbein. Schließlich war es Christa Wiebke, die als
erste Heidekönigin durch den Hauptlehrer der damaligen Meißendorfer Volksschule,
Herrn Walter Nopens proklamiert wurde. Als 1. und 2. Hofdame standen ihr
Margrit Stöckmann und Annegret Hoffmann zu Seite. Die Krönung fand am nächsten
Tag auf einer kleinen Heidefläche statt. Den Weg dorthin legte die Heidekönigin
in einer zweispännigen Kutsche zurück, gesteuert von Ernst Riemann. Neben
den Pappenheimern spielte der Fanfarenzug des Schützenvereins
Meißendorf auf, der erst kurz zuvor gegründet worden war. Als
bleibende Erinnerung an die Regentschaft erhielt Christa Wiebke - wie alle
Heideköniginnen nach ihr - eine silberne Plakette mit heidefarbenem Halsband.
Arnold
Bornemann richtete danach in jedem Jahr das Heideblütenfest mit bayerischer
Blasmusik aus. Im Laufe der Jahre konnten sich auch Bewerberinnen aus der
gesamten Gemeinde Winsen/Aller zur Wahl stellen. Wählen konnten alle Besucher
mit ihrem Stimmzettel, den sie mit der Eintrittskarte erhielten.
Nach dem Tode
von Arnold Bornmann übernahm der Schützenverein Meißendorf die Ausrichtung,
wobei der Festplatz zum
Dorfgemeinschaftshaus verlegt wurde. Ein Festausschuss entstand, dem in
den ersten Jahren Inge Ahrens, Grete Keul, Werner Gilinski, Werner Groß, Walter
Harms, Karl-Heinz Miks, Kurt-Joachim Prellwitz und Otto Weber angehörten.
Hinzu kamen die vielen fleißigen Hände der Damengruppe des Meißendorfer
Schützenvereins, die das Binden der Heidekränze und -kronen und die
Ausschmückung des Festes übernahmen.
Eine
wesentliche Neuerung, die der Festausschuss schon für 1981 einführte, war die
Wahl einer Kinderheidekönigin, die jeweils am Samstag beim großen
Kindernachmittag gewählt wird.
Im Laufe der
Jahre nahm das Heideblütenfest größere Dimensionen an und es bildeten sich
neue Traditionen heraus. Am Umzug, der mittlerweile am so genannten „Bermuda-
Dreieck“ (Ecke Bruchstraße/ Brückenstraße) startete, fanden sich neben
dem Schützenverein auch alle Meißendorfer Vereine ein, um mit bunt geschmückten
Wagen die Heidekönigin und ihre Hofdamen auf dem Weg durch das Dorf in die Heide
zu begleiten. Dabei reichte die kleine Heidefläche von einst schon lange nicht
mehr aus, um die bis zu 1000 Zuschauer der Krönungszeremonie aufzunehmen.
Stattdessen nutzte man eine von der Truppenübungsplatzkommandantur Bergen zur
Verfügung gestellte Heidefläche. Als Tradition bildete sich auch das
Überbringen von Blumensträußen aus der Luft durch Fallschirmspringer des nahe
gelegenen Springerplatzes heraus. Seit Mitte der 80er Jahre erklang das
„Lied der Heidekönigin“ während der Krönungszeremonie in der Heide. Es
entstammt der Feder von Arnold Röhrs aus Meißendorf.
Am 6. Januar
1994 gründete sich ein „Förderverein Heideblütenfest“, der von da an die
Verantwortung für die Vorbreitung und Durchführung des Festes trug.
Gründungsmitglieder des Vereins waren laut Protokoll der Gründungsversammlung
Kurt-Joachim Prellwitz, Lothar Soltmann, Margarete Keul, Frank von Hörsten, Otto
Weber, Ulrich Hartmann, Manfred Helms, Dieter Schlüter, Anneliese Lackner und
Astrid Winneknecht.
Dem heutigen
Festausschuss gehören neben dem Vorsitzenden Lutz Kriegerowski eine engagierte Gruppe an, die mit Erhard Riemann,
Achim Lohmann, Ralf Prellwitz, Elke Schmidtmer, Ute Söhnholz, Andreas Randolph, und vielen mehr Erfahrung und Zeit
einbringt. Dass der Schützenverein nicht nur im Hintergrund mitwirkt, sieht man daran, dass z.B. die
Damengruppe des Schützenvereines unter Mithilfe verschiedener Einwohner für das Binden der Kränze und Kronen und
für die Zeltdekoration und die Ausschmückung des Ortes sorgt.
Mittlerweile darf die Heidekönigin aus jedem Ortsteil von Winsen kommen und gern auch verheiratet sein.